Der Millennium-Wald

Selsinger Landfrauen pflanzten im

Jahr 2000 den Millennium-Wald

 

Mit Unterstützung von allen Seiten wurden 2000 Eichen und 2000 Sträucher in Selsingen gepflanzt.

 

Im Jahr 2000 fand in Selsingen die größte Pflanzaktion Norddeutschlands statt. Organisiert wurde sie von den Selsinger Landfrauen, die für ihre guten Ideen bekannt sind. Durch die Medien (z.B. Radio Niedersachsen) wurde diese ganz besondere Aktion zum Jahrtausendwechsel der gesamten Region vorgestellt.

 

Die Idee zu diesem „Wald des Jahrtausends“ kam den Landfrauen bereits während einer Millenniums-Reise zum Jahreswechsel. Das „runde“ Jahr 2000 lud zu einer ganz besonderen Idee ein. Ein Kochbuch mit 2000 Rezepten wäre langweilig gewesen, zumal der Verein schon ein Kochbuch mit 777 Köstlichkeiten herausgebracht hat. So entschied man sich stattdessen spontan für das Anpflanzen von 2000 Bäumen in Anlehnung an das aktuelle Thema „Agenda 21“. Denn mit dieser Aktion würde die gewünschte Nachhaltigkeit groß geschrieben. Außerdem seien Landfrauen dafür bekannt, sich für eine attraktive Lebensraumgestaltung einzusetzen.

 

Als die Vorsitzende Ulrike Pape als Vorsitzende der Selsinger Landfrauen dieses Vorhaben dem Gemeindedirektor Werner Borchers aus Selsingen, vorschlug, war er sofort begeistert. Gemeinsam suchten sie nach einer geeigneten Fläche. Die einen Hektar große Fläche am Selsinger Bach am Ortsrand war schon für eine Bepflanzung (ursprünglich als Hochzeitswald, aber aufgrund der leeren Kassen nicht umgesetzt werden konnte) vorgesehen und gehört der Gemeinde. Jedoch kann man in Deutschland nicht so einfach ein eine Fläche anpflanzen: Der bürokratische Weg führt durch viele Büros, über viele Schreibtische und ist sehr, sehr weit. Der großen Unterstützung der Gemeindeverwaltung ist es zu verdanken, daß das Vorhaben doch in die Tat umgestzt werden konnte. Das Vorhaben erfuhr auch Hilfe von anderen Stellen. Der Baudirektor des Landkreises Rotenburg Ulrich Nickel, hat die ersten Skizzen entworfen und stand den Landfrauen mit wertvollen Ratschlägen zur Seite.

 

 

Die Planung der Aufforstung hat dann der Forstverband Bremervörde übernommen. Förster Goldmann nahm Bodenproben und ermittelte die geeigneten Pflanzen für diesen Standort. Insgesamt konnte man sich über ein reibungsloses Genehmigungsverfahren freuen. Durch die schnelle und unbürokratische Arbeit der Genehmigungsbehörden konnte die Arbeit am „Millenniumswald“ auch tatsächlich noch im Jahr 2000 beginnen.

 

Frohen Mutes in Gummistiefeln und mit Spaten bewaffnet erschienen dann die agilen Selsinger Landfrauen bei strahlendem Novembersonnenschein, um die 4000 Bäume und Büsche in die Erde zu bringen. Die Frauen klotzten ordentlich ran und in Rekordzeit fanden Stileichen, Hainbuchen, Eschen, Birken und Roterlen ihre neuen Standorte. Alle 80 Zentimeter hieß es: Spaten schwingen und ein Loch in die feuchte, schwere Erde buddeln. Mit Unterstützung einer Baumschule aus Rellingen, aus der die Pflanzen stammten, mußte man kein Gärtner sein, um an dieser tollen Aktion teilzunehmen. Mit viel Spaß und Eifer wurde um den Wald herum eine Hecke aus heimischen Gehölzen, wie verschiedenen Weiden, Pfaffenhütchen, Schnellball, Gagel, Eberesche und Ginster angelegt.

 

Nach getaner Arbeit konnten sich alle Helfer auf einen kleinen Imbiss freuen, ganz abgesehen von dem guten Gefühl, etwas Schönes und Nachhaltiges geschaffen zu haben.

 

 

Ein Teich war auf dem Gelände schon einige Zeit vorher angelegt worden, damit sich der Boden setzen konnte. Hier wurde keine spezielle Bepflanzung vorgenommen – es soll ein Biotop mitten im Ort entstehen, das sich natürlich entwickeln und begrünen kann.

 

 

Der Millenniumswald ging als Geschenk und zur Pflege an die Gemeinde Selsingen. Er soll der Bevölkerung als grüne Lunge zur Verfügung stehen. Geplant für den Wald sind seitens der Gemeinde Wanderwege am Teich und am Bach entlang, die zum Spazieren gehen einladen. Bänke zum Verschnaufen wurden schon gespendet.

 

Allen Zweiflern (Ihr seid ja verrückt, dass schafft ihr nie...) kann nur gesagt werden: Ihr kennt die Landfrauen noch nicht!!!